Anthropics historischer Copyright-Vergleich über 1,5 Milliarden Dollar endgültig genehmigt
US-Bezirksrichterin Araceli Martínez-Olguín hat am 20. Juli 2026 in San Francisco den 1,5 Milliarden US-Dollar schweren Copyright-Vergleich zwischen Anthropic und einer Sammelklage von Buchautoren endgültig genehmigt. Es handelt sich um den bisher größten bekannten Urheberrechtsvergleich in der Geschichte der USA.
Hintergrund der Klage
Die Klage „Bartz v. Anthropic PBC“ warf dem KI-Unternehmen vor, mehr als sieben Millionen urheberrechtlich geschützte Bücher aus illegalen Schattenbibliotheken wie Library Genesis (LibGen) und Pirate Library Mirror (PiLiMi) heruntergeladen und diese Daten zum Training seiner Large Language Models, insbesondere Claude, verwendet zu haben.
Richter William Alsup hatte im Juni 2025 entschieden, dass das Training von KI-Modellen mit Büchern grundsätzlich als Fair Use gelten könne. Er urteilte jedoch, dass Anthropic sich wegen der Nutzung piratierter Inhalte – also dem Herunterladen und Speichern der illegal beschafften Werke – verantworten müsse. Der nun genehmigte Vergleich bezieht sich ausschließlich auf diese vergangenen Aktivitäten.
Umfang und Entschädigung
Der Vergleich umfasst über 500.000 potenzielle Sammelklagenmitglieder und etwa 482.000 berechtigte Werke. Berechtigte Autoren erhalten schätzungsweise 3.100 US-Dollar pro Werk. Anthropic hatte dem Vergleich bereits im August 2025 zugestimmt; eine vorläufige Genehmigung erfolgte im September 2025.
Anthropic teilte mit, dass über 91 % der betroffenen Autoren und Verlage ihren Anteil eingefordert haben. Einige Verlage und Autoren sind aus dem Vergleich ausgestiegen, um eigenständige Klagen fortzusetzen.
Rechtliche Tragweite
Der Vergleich stellt den ersten großen US-Urheberrechtsfall im KI-Trainingsbereich dar, der tatsächlich beigelegt wurde. Er schafft einen Präzedenzfall, der den Fokus auf die illegale Beschaffung von Trainingsdaten legt, anstatt allein auf das Fair-Use-Argument für das Training selbst. Der Vergleich entlastet Anthropic nur hinsichtlich vergangener Download- und Trainingsaktivitäten. Die Autoren behalten das Recht, zukünftige Modelltrainings oder generierte Ausgaben gesondert rechtlich zu prüfen.
Quelle: TechCrunch AI
FAQ
Was bedeutet der Vergleich für zukünftige KI-Entwickler?
Er verdeutlicht, dass die illegale Beschaffung von Trainingsdaten erhebliche rechtliche und finanzielle Risiken birgt, auch wenn das Training selbst unter bestimmten Bedingungen als Fair Use gewertet werden kann.
Entlastet der Vergleich Anthropic vollständig?
Nein. Er bezieht sich ausschließlich auf vergangene Aktivitäten. Klagen wegen zukünftiger Trainings oder der Ausgabe generierter Inhalte bleiben möglich.
Wie hoch ist die durchschnittliche Entschädigung pro Autor?
Berechtigte Autoren erhalten schätzungsweise 3.100 US-Dollar pro berechtigtes Werk.