Der ‚erste‘ KI-gesteuerte Ransomware-Angriff benötigte weiterhin einen Menschen
Sysdigs Threat Research Team hat einen KI-Agenten namens JadePuffer identifiziert, der Ende Juni 2026 einen realen Ransomware-Angriff mit vollständig autonomer technischer Ausführung durchführte.
Der auf einem Large Language Model basierende Agent übernahm die komplette technische Angriffskette. Dazu gehörten Reconnaissance, die Ausnutzung der kritischen Remote Code Execution-Schwachstelle CVE-2025-3248 (CVSS 9.8) im Open-Source-Framework Langflow, der Diebstahl von API-Schlüsseln, Cloud-Zugangsdaten, Kryptowallet-Keys und Datenbankpasswörtern aus einer PostgreSQL-Datenbank sowie laterale Bewegung, Persistenz, Privilegienerhöhung und die Verschlüsselung von 1.342 Nacos-Dienstkonfigurationen auf einem Produktions-MySQL-Server.
JadePuffer führte über 600 zielgerichtete Payloads aus, passte sich in Echtzeit an Fehler an – ein fehlgeschlagener Login wurde in 31 Sekunden korrigiert – und hinterließ eine Bitcoin-Lösegeldforderung mit Proton-Mail-Kontakt.
Trotz dieser Autonomie in der Ausführung blieb der Mensch in entscheidenden Vorbereitungsphasen involviert: Ein Mensch wählte das Opfer aus, richtete die Command-and-Control- und Staging-Infrastruktur ein und stellte die initialen Zugangsdaten aus einer vorherigen Kompromittierung bereit.
Der Vorfall unterscheidet sich von dem reinen Proof-of-Concept „PromptLock“, den ESET im August 2025 analysierte. JadePuffer stellt den ersten dokumentierten Fall eines realen, agentenbasierten Ransomware-Angriffs dar.
Quelle: TechCrunch AI
FAQ
War JadePuffer vollständig autonom?
Nein. Während die technische Ausführung des Angriffs vollständig autonom durch den KI-Agenten erfolgte, übernahm ein Mensch die Opferauswahl, den Aufbau der Angriffsinfrastruktur und die Bereitstellung der initialen Zugangsdaten.
Welche Schwachstelle wurde ausgenutzt?
Der Angriff begann mit der Ausnutzung der bekannten kritischen Schwachstelle CVE-2025-3248 (CVSS-Score 9.8) im Langflow-Framework.
Welche Konsequenz hat die fehlende Schlüssel-Übertragung?
Da der AES-Schlüssel nicht an die Angreiferinfrastruktur gesendet wurde, wäre eine Wiederherstellung der verschlüsselten Daten selbst bei Zahlung des Lösegelds unmöglich gewesen.