Der Weg zur verteilten künstlichen Superintelligenz
Aktuelle KI-Agenten operieren weitgehend isoliert. Obwohl sie in einzelnen Domänen hohe Kompetenz aufweisen, fehlt ihnen die Fähigkeit, über Systemgrenzen hinweg gemeinsame Ziele zu verfolgen und neuartige Probleme kollektiv zu lösen. Bestehende Open-Source-Multi-Agenten-Systeme zeigen daher eine hohe Fehlerrate, da das Problem architektonisch bedingt ist.
Vijoy Pandey, Senior Vice President und General Manager von Outshift by Cisco, beschreibt eine fehlende semantische Verbindungsschicht zwischen diesen Agenten. Outshift bezeichnet diese Schicht als Internet of Cognition (IoC). Sie soll es Agenten ermöglichen, durch gemeinsame Absicht, geteilten Kontext und koordinierte Argumentation kollektiv zu denken.
Grundlage des IoC bildet eine darunterliegende Konnektivitätsschicht, das Internet of Agents. Diese ermöglicht die gegenseitige Entdeckung, Identitätsprüfung und domänenübergreifende Kommunikation autonomer Agenten.
Technische Bausteine von Outshift by Cisco
Outshift entwickelt drei zentrale Open-Source-Komponenten:
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AGNTCY: Unter dem Dach der Linux Foundation angesiedelt, stellt AGNTCY die Infrastruktur für agentenübergreifende Erkennung, Identität, Messaging und Beobachtbarkeit bereit. Gründungsmitglieder sind neben Cisco unter anderem Dell Technologies, Google Cloud, Oracle und Red Hat.
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Mycelium: Eine Koordinationsschicht, die Agenten in die Lage versetzt, gemeinsame Ziele zu verfolgen. Sie erzeugt persistente „Zielräume“ mit durchsuchbarem Gedächtnis und einer Cognition Engine für strukturierte Verhandlungen. Interne Tests zeigten eine deutliche Verbesserung der Entscheidungsqualität.
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CASA (Continuous Agent Semantic Authorization): Eine Guardrail-Technologie, die ein Zero-Trust-Modell für Agentensysteme implementiert. Sie prüft kontinuierlich, ob Interaktionen mit der ursprünglichen Absicht, dem Aufgabenkontext und den geltenden Richtlinien übereinstimmen.
Die drei Säulen des Internet of Cognition
Das IoC ruht auf drei strukturellen Säulen:
- Gemeinsame Absicht durch semantische Handshakes und Cognition State Protocols (exemplarisch umgesetzt in Mycelium).
- Gemeinsamer Kontext durch ein Cognition Fabric, das kumulatives institutionelles Gedächtnis ermöglicht und organisatorische Amnesie verhindert.
- Gemeinsame Argumentation durch Cognitive Amplifiers und Guardrail Technologies wie CASA. Menschen bleiben aktive Mitwirkende, deren Urteile in das System zurückgespeist werden.
Pandey zieht eine Analogie zur menschlichen Evolution: Erst die Fähigkeit, Absichten zu teilen, Wissen kumulativ aufzubauen und kollektiv zu argumentieren, ermöglichte die Entstehung von Zivilisation. Multi-Agenten-Systeme stehen nach seiner Einschätzung an einer vergleichbaren Schwelle.
Neben neuen Chancen entstehen auch Risiken wie Prompt-Injection, Gedächtnisvergiftung oder überprivilegierte Delegation. CASA soll diese Risiken durch intention-aware, kontinuierliche Autorisierung mindern.
Quelle: MIT Tech AI
FAQ
Was ist das Internet of Cognition?
Eine von Outshift by Cisco vorgeschlagene semantische Schicht, die isolierten KI-Agenten ermöglicht, über Domänen hinweg durch gemeinsame Absicht, Kontext und Argumentation kollektiv zu denken.
Welche Rolle spielt Mycelium?
Mycelium ist eine Open-Source-Koordinationsschicht, die persistente Zielräume und eine Cognition Engine bereitstellt, um strukturierte Verhandlungen zwischen Agenten zu ermöglichen.
Wofür dient CASA?
CASA implementiert eine kontinuierliche, absichtsbasierte Zero-Trust-Autorisierung für Agenteninteraktionen und dient als Guardrail-Technologie gegen unbeabsichtigte oder regelwidrige Aktionen.
Welche Empfehlung gibt Pandey Unternehmen?
Mit kleinen funktionsübergreifenden Workflows auf offener, interoperabler Infrastruktur beginnen und messbare Baselines etablieren, um die horizontale Skalierung kollektiver Intelligenz systematisch zu erproben.