Die Skepsis gegenüber orbitalen Rechenzentren nimmt zu. SoftBank-CEO Masayoshi Son und weitere Branchenvertreter stellen Elon Musks Vision von KI-Rechenzentren im All infrage.
SpaceX plant, modifizierte Starlink-Satelliten als orbitale Rechenzentren einzusetzen. Das Konzept zielt darauf ab, den steigenden Energiebedarf von KI durch ununterbrochene Solarenergie, fehlende Atmosphäre und passive Kühlung im Vakuum zu adressieren. Der AI1-Satellit soll eine durchschnittliche Leistung von 120 Kilowatt bieten und in 600 bis 800 Kilometern Höhe operieren.
SpaceX strebt eine Skalierung auf bis zu eine Million solcher Satelliten an. Die Bereitstellung orbitaler Rechenzentren ist für frühestens 2028 geplant. Das Unternehmen bereitet einen Börsengang im Jahr 2026 vor. Anthropic hat Interesse signalisiert, Google soll in Gesprächen sein.
Wachsende Kritik
Masayoshi Son äußerte auf der SoftBank-Hauptversammlung im Juni 2026 erhebliche Zweifel. Er argumentiert, dass Stromkosten nur einen geringen Anteil der Gesamtkosten für KI-Infrastruktur ausmachen. Zusätzliche Aufwendungen für Transport, Wartung und Kommunikation würden die potenziellen Vorteile überwiegen. SoftBank setzt stattdessen auf den Ausbau terrestrischer Rechenzentren.
Sam Altman von OpenAI nannte die Idee „lächerlich“. Morningstar-Analysten sehen nur eine geringe Wahrscheinlichkeit, dass SpaceX mit orbitalen Rechenzentren signifikanten Marktanteil gewinnt.
Technische und wirtschaftliche Hürden
Kritiker verweisen auf erhebliche Herausforderungen: Die Wärmeableitung im Vakuum erfordert massive Radiatoren. Kosmische Strahlung gefährdet die Elektronik. Montage, Wartung und Hardware-Erneuerung im Orbit sind komplex und teuer. Die Latenz ist für viele Anwendungen höher als bei bodengebundenen Systemen. Ein hypothetisches 1-GW-Orbitalrechenzentrum würde deutlich teurer als eine vergleichbare terrestrische Anlage. Zudem fehlt es an klarer Regulierung.
Quelle: TechCrunch AI
FAQ
Ist die Idee orbitaler Rechenzentren technisch bereits umsetzbar?
Nein. Es bestehen noch erhebliche technische Hürden bei Kühlung, Strahlungsschutz, Montage und Wartung im Orbit.
Warum ist Masayoshi Son skeptisch?
Er hält die Einsparungen bei Stromkosten für zu gering, um die deutlich höheren Kosten für Transport, Wartung und Kommunikation auszugleichen.
Wann sollen die ersten orbitalen Rechenzentren starten?
SpaceX plant die Bereitstellung frühestens 2028.