Proteste überschatten Stanford-Abschlussfeier
Sundar Pichai, CEO von Google und Alphabet sowie Stanford-Alumnus, hielt am 14. Juni 2026 die Festrede bei der 135. Abschlussfeier der Stanford University im Stanford Stadium. Während der Rede kam es zu Buhrufen und einem teilweisen Walkout.
Etwa 200 der rund 3600 Absolventen verließen die Zeremonie, als Pichai die Bühne betrat. Einige Teilnehmer buhten, pfiffen und hielten palästinensische Flaggen sowie Transparente mit Aufschriften wie „Genocide Runs on Google“ und „ICE spies with Google AI“ hoch. Die Mehrheit der etwa 20.000 Anwesenden blieb sitzen.
Organisierte Kritik an Google-Verträgen
Der Protest wurde von Gruppen wie „Students for Justice in Palestine“ (SJP) und „No Tech for Apartheid“ organisiert. Im Zentrum der Kritik steht Googles Beteiligung am Project Nimbus – einem Cloud-Computing-Vertrag mit der israelischen Regierung und dem Militär, der 2021 gemeinsam mit Amazon abgeschlossen wurde. Der Vertrag umfasst Cloud-Infrastruktur, KI- und maschinelle Lern-Dienste.
Kritiker werfen Google vor, durch diese Technologie israelische Militär- und Überwachungsfähigkeiten im Gaza-Kontext zu unterstützen. Google hat mehrfach erklärt, seine Technologie werde nicht für hochsensible militärische oder waffentechnische Aufgaben eingesetzt. Vertraglich sei es dem Unternehmen jedoch untersagt, der israelischen Regierung Dienste zu verweigern.
Zusätzlich kritisierten die Protestierenden Googles Verbindungen zu U.S. Immigration and Customs Enforcement (ICE). Über 1000 Google-Mitarbeiter hatten in der Vergangenheit Petitionen unterzeichnet, die eine Kündigung der Verträge mit ICE und Customs and Border Protection forderten.
Der Vorfall reiht sich ein in frühere Kontroversen, darunter Googles Rückzug aus Project Maven im Jahr 2018 nach internem und externem Widerstand.
Pichais Reaktion und Folgeveranstaltung
Pichai setzte seine Rede trotz der Störungen fort. Er sprach über Optimismus, schwierige Entscheidungen und die Verfolgung erfüllender Arbeit, ohne direkt auf die Debatte um künstliche Intelligenz oder die Proteste einzugehen.
Nach dem Walkout versammelten sich viele Protestierende zu einer separaten „People’s Commencement“, bei der die Unternehmensbeziehungen Stanfords und die Beteiligung der Tech-Industrie an Militärverträgen thematisiert wurden.
Der Vorfall spiegelt anhaltende Spannungen an US-Universitäten seit dem 7. Oktober 2023 wider.
Quelle: TechCrunch AI
FAQ
1. Wie viele Absolventen haben die Feier verlassen?
Rund 200 der etwa 3600 Absolventen verließen die Zeremonie beim Auftritt von Sundar Pichai.
2. Welches Google-Projekt steht im Mittelpunkt der Kritik?
Project Nimbus, ein Cloud- und KI-Vertrag mit der israelischen Regierung und dem Militär aus dem Jahr 2021.
3. Wie reagierte Sundar Pichai auf die Proteste?
Er blieb unbeeindruckt, setzte seine Rede fort und ging nicht direkt auf die Vorwürfe ein.